Ein Bewohner aus der Peterhauserstraße teilte gegen 08:50 Uhr der Feuerwehreinsatzzentrale mit, dass es in seiner Wohnung nach Rauch rieche, er könne jedoch nichts Weiteres feststellen. Zur Erkundung rückten die hauptamtlichen Kräfte aus und stellten rasch fest, dass es sich hier um einen Dehnfugenbrand zwischen zwei Gebäuden handelt.

    Gestern Abend wurden durch Handwerke Schweißarbeiten im Bereich der Dehnfuge ausgeführt. Ob die Brandentwicklung hierdruch entstanden ist, wird die Polizei ermitteln. Vermutlich brannte das Feuer in der Dehnfuge bereits die ganze Nacht.
    Umgehend wurden weitere Kräfte der Feuerwehr alarmiert. Die Einsatzkräfte kontrollierten die betreffenden Gebäude und stellten sehr hohe CO-Konzentrationen fest. Aufgrund dieser Feststellung wurden die Häuser geräumt. 3 Personen hatten vermutlich zu viel CO eingeatmet und mussten vom Rettungsdienst ins Krankenhaus verbracht werden. Während der Räumung der betroffenen Gebäude mussten mehrere Wohnungen gewaltsam geöffnet werden. Teilweise wurden Personen noch schlafend angetroffen. In den oberen Wohnungen war Verrauchung verstellbar und dort konnte auch die höchste CO-Belastung gemessen werden.
    Auf der Rückseite der Gebäude bereiteten die Einsatzkräfte einen Löschangriff vor und schlugen Stahllanzen (Fognail) in die Dehnfuge und brachten so Löschwasser an den vermuteten Brandherd. Die Fognails wurden bei der Feuerwehr Kreuzlingen angefordert und durch die Schweizerkameraden an die Einsaztzstelle gebracht. Mit Wärmebildkameras wurden die Wände in den betroffenen Bereichen abgesucht und kontrolliert.

    Zwischenzeitlich waren die Wohnungen geräumt und die 33 Bewohner konnten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in ihre Wohnungen. Zu deren Betreuung alarmierte der Einsatzleiter die SEG'n (Schnell Einsatzgruppen) Erstversorgung, Führung, Transport und Betreuung der Einsatzeinheit 1 des Landkreises und einen Bus der Stadtwerke Konstanz, in welchem die Bewohner betreut werden konnten. 

    Nach ca. 2 Stunden zeigten die Löschmaßnahmen Wirkung. Die Rauchentwicklung und die Wärmebildung ließen nach. In den Wohnungen der betroffenen Gebäude leitete die Feuerwehr Lüftungsmaßnahmen ein. Ob die Wohnungen heute wieder bewohnbar sein werden, wird sich gegen Abend entscheiden.

    Insgesamt mussten 9 Personen mit CO-Vergiftung ins Krankenhaus Konstanz eingeliefert werden. Weitere 26 Personen fanden in dem bereitgestellten Bus der Stadtwerke Konstanz eine vorübergehende Unterkunft.

    Der entstandene Sachschaden kann derzeit nicht beziffert werden.

    Datum 19.10.2017
    Uhrzeit: 08:50 Uhr
    Einsatzstichwort: Feuer Gebäude
    Einsatzort: Petershauserstraße
    Eingesetzte Kräfte der Feuerwehr 36, Reserve 3
    Fahrzeuge: 1/44, 6/10-1, 6/10-3, 6/12, 6/44-1, 6/33, 6/44-3, 6/19 

    Klaus Menge

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