Am Abend des 16. Novembers hatte gegen 19:25 Uhr die automatische Brandmeldeanlage des Klinikum Konstanz ausgelöst. Noch auf der Anfahrt kam über die integrierte Rettungsleitstelle die Information, dass es sich um einen bestätigten Zimmerbrand im Altbau handelt. Umgehend wurden weitere Kräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei alarmiert. Trotz der umgehenden Evakuierung der gefährdeten Bereiche, konnte eine Person nur noch Tod geborgen werden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

    In einem Patientenzimmer der inneren Medizin auf der Ebene „G“ im Klinikum kam es zu einem Brand. Durch die extreme Hitzeentwicklung war das Fenster geborsten und offene Flammen schlugen heraus. Auf der gegenüberliegenden Seite stellten die Einsatzkräfte eine massive Rauchentwicklung fest. Auf beiden Seiten des Gebäudes standen Personen an den Fenstern und schrien teils um Hilfe.

    Zunächst wurde die Personenrettung mit den zwei Drehleitern aus Konstanz durchgeführt. Erste Trupps drangen zur Brandbekämpfung in den entsprechenden Abschnitt vor.

    Nach den Richtlinien des baulichen vorbeugenden Brandschutzes sind solche Bereiche mit Brand- und Rauchschutztüren zu sichern. Diese Maßnahme haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der durch den Brand betroffene Bereich sehr begrenzt war.

    Zur Unterstützung wurden neben dem Löschbereich Petershausen, die Einheiten aus der Altstadt und Wollmatingen und die Führungsgruppe alarmiert. Die Feuerwehr Kreuzlingen wurde mit einem Löschzug inklusive einer Drehleiter angefordert. Um eine ausreichende Kapazität an Atemschutzgeräten an der Einsatzstelle vorzuhalten, wurde der Abrollbehälter Atemschutz alarmiert. Das Technische Hilfswerk wurde in Bereitschaft versetzt und hatte einen Fachberater an die Einsatzstelle entsandt. Die Polizei sperrte die kompletten Straßenzüge im näheren Umkreis für die anfahrenden Einsatzkräfte ab. Auch unterstützen sie vor Ort die Einsatzkräfte und begannen die Ermittlungen.
    Der Rettungsdienst wurde mit dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ alarmiert. Das Klinikum hat Mitarbeiter, welche keinen Dienst hatten zur Verstärkung ins Klinikum gerufen.
    Auch alarmiert wurden Notfallseelsorger und das Einsatznachsorge Team zur Aufarbeitung des Einsatzes mit den Betroffenen und den Einsatzkräften.

    Die Patienten, Angestellten und Besucher, welche sich in gefährdeten Bereichen befanden, wurden durch eine horizontale Evakuierung in sichere, rauchfreie Bereiche verlegt. Dort fand eine Sichtung durch den Rettungsdienst, Ärzte und das Klinikpersonal statt. 6 Personen mussten mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation weitergehend behandelt werden. Sie wurden, wie alle Evakuierten in anderen Bereichen des Klinikums untergebracht. Eine Person, welche sich in dem entsprechenden Brandabschnitt aufhielt, konnte nur noch Tod geborgen werden.

    Durch die Brandentwicklung in dem Patientenzimmer und einen Flammenüberschlag nach außen hatte der Rollladen sowie Außenteile das Fenster zu brennen begonnen und stürzten ab. Unterhalb des Brandzimmers fielen die Teile auf das Flachdach der Cafeteria und setzen dieses in Brand. Durch ein Oberlicht, welches durch den Brand geschmolzen ist, kam es ebenfalls zu einer kleineren Brandstelle in den dortigen Räumlichkeiten der Kantine.

    Während der Evakuierung wurde das Personal des Klinikums stark eingebunden. Aufgrund der unklaren Situation, wie viele Patienten direkt notfallmedizinisch behandelt werden müssen, beschlossen die Kräfte vor Ort die Notaufnahme des Klinikums für mehrere Stunden zu schließen. Notfälle außerhalb des Klinikums wurden in umliegenden Krankenhäuser wie Radolfzell und Singen gebracht.

    Kurz nach Mitternacht sind die letzten Fahrzeuge wieder eingerückt. Nun beginnt die Aufarbeitung des Einsatzes und das Richten des Materials. Die Einsatzstelle wurde der Polizei übergeben. Diese hat den Einsatzort beschlagnahmt und wird die Brandursache ermitteln.  

    Über die Warn-App „NINA“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz wurde eine Warnung für den Bereich Konstanz ausgerufen. Die Warnung sollte die Bevölkerung über den Einsatz und die Schließung des Klinikums informieren. Der Landkreis Konstanz empfiehlt seinen Anwohnern diese App auf ihrem Smartphone zu installieren, um in Schadenslagen solche Meldungen zu erhalten.

    An der Einsatzstelle informierten sich Landrat Hämmerle, Oberbürgermeister Burchard, Bürgermeister Osner und Bezirksbrandmeister Wibel über die Lage und das weitere Vorgehen. Mit im Einsatz waren Kreisbrandmeister Sorg und sein Stellvertreter Oexl. Sie alle dankten den Einsatzkräften. Es war kein einfacher Einsatz für die Kräfte. Doch durch gutes Training und vor allem durch regelmäßige gemeinsame Übungen haben die Einsatzkräfte über ihre Organisation hinweg Hand-in-Hand zusammengearbeitet.

    Einsatzstichwort: Brandmeldealarm
    Datum: 17.11.2018
    Uhrzeit: 19:25
    Einsatzort: Klinikum Konstanz
    Eingesetzte Kräfte: 66
    Fahrzeuge: 1/10, 1/33, 1/44, 6/10-1, 6/10-3. 6/10-4, 6/12, 6/14, 6/19, 6/33, 6/44-1, 6/44-3, 6/74, 7/19, 7/44-1, 7/44-2

    Christopher Kutschker

    Fotos: Christopher Kutschker

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