In den Folgetagen nach dem verheerenden Brand des Schwaketenbades wurde der Frage nachgegangen, warum konnte sich das Feuer so ausbreiten, die Rauchgase sich so entwickeln und war das Inferno überhaupt zu verhindern.

    Bei der Nachbetrachtung konnte festgestellt werden, dass es sich bei dem Dachbau des Bades um eine 4.000 qm große Fläche handelte. Es gab auf der gesamten Fläche keine baulichen Brandabschnitte. Diese waren und sind vom Baurecht auch nicht gefordert, da es sich um eine einstöckige Hallenbebauung handelte. Der Dachaufbau bestand aus sogenannten Leimbindern aus Holz, Holzbohlenauflagen mit einer Dampfsperre und zur Isolierung eine Styroporauflage. Das Ganze war dann über die gesamte Fläche mit einer Teerdachpappe abgedeckt. Darüber Kies, Blechverkleidung bzw. Dachschindeln.

     Die beim ersten Brandausbruch am Giebel des Gebäudes stattgefundene Hitzebeaufschlagung führte wie von der Einsatzleitung vermutet dazu, dass sich Glutnester durch das Styropor ins Innere des Daches hineinfraßen. Der Brand am Dachgiebel und dem davorliegenden Flachdach konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden. Mit Wärmebildkameras wurde von Innen und Außen das Dach untersucht. Dies brachte jedoch keine eindeutige Aussage, über weitere Glutnester,, da durch die Verbauung von Zwischendecken im Inneren und die starke Sonnenstrahlung auf das Dach, eine Abbildung von Glutnestern nicht bzw. kaum möglich war.

     Da in der gesamten Dachfläche keine Brandabschnitte vorhanden waren, konnten sich über Stunden die Rauchgase in der Decke entwickeln und ausbreiten. Ein großflächiges Öffnen des Daches war mit den Gerätschaften der Feuerwehr nicht möglich, selbst ausgebildete Dachdecker hätten Stunden hierfür benötigt.  Ein Öffnen von Innen war wegen der hohen Decken und der fehlenden Flächen zum Aufstellen von Leitern nicht möglich.

     So kam es dann gegen 18:30 Uhr zur Durchzündung der Rauchgase und das Schwaketenbad stand in Flammen. Durch die Dachkuppeln loderten Feuersäulen, die auf dem Flachdach befindlichen Einsatzkräfte mussten sich, unter zurücklassen von Gerätschaften, rasch zurückziehen.

     Mit dem nachträglichen Wissen kann festgestellt werden, dass das Schwaketenbad bereits kurz nach dem Giebelbrand nicht mehr zu retten war. Den sich entwickelten Flash Over konnte die Feuerwehr, wegen der großen Fläche, der fehlenden Brandabschnitte und der verbauten Materialien, nicht verhindern. Recherchen ergaben, dass deutschlandweit 14 ähnlich gebaute Hallen ebenfalls komplett abgebrannt sind.

    Klaus Menge (Pressesprecher) und Uwe Jordan (Feuerwehramt)

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