Die Jugendfeuerwehr lebte 24 Stunden lang den Alltag einer Berufsfeuerwehr.

    24-Stunden-Bereitschaft auf der Feuerwache. Wie das so ist, konnten 26 Jugendliche der Jugendfeuerwehr Konstanz vergangenes Wochenende selbst erleben. Von Freitag, 18 Uhr, bis Samstag, 18 Uhr, bezogen die Mitglieder der Jugendabteilung der Feuerwehr Konstanz das Gerätehaus in Wollmatingen. Ziel der Jugendleiter war es, den 10- bis 16-Jährigen den Alltag einer Berufsfeuerwehr näherzubringen. So sollten die Motivation für den Eintritt in die aktive Wehr sowie das Interesse am Berufsbild der Berufsfeuerwehr gesteigert werden. Mit Erfolg. Es herrschte freudige Anspannung im Schlafsaal der Jugendlichen. Alle warten auf den Alarm, das Zeichen, dass es losgeht. "Bestimmt kommt ein Einsatz beim Essen", vermutete Felix Herrmann und löste unter seinen Kameraden eine rege Diskussion darüber aus, wie man sich in einem solchen Fall zu verhalten habe. Was wenn man gerade einen Bissen genommen hat?  Am meisten freue er sich "auf ein Feuer", meinte Justus Taut und erntete Zustimmungsrufe von seinen Kameraden. Die angehenden Feuerwehrleute brannten geradezu darauf, endlich richtiges Feuer löschen zu dürfen. Auf die Nachfrage, ob es im Laufe der 24 Stunden denn ein echtes Feuer zu löschen geben werde, antwortete Jugendleiterin Verena Fritz in Anwesenheit ihrer Schützlinge jedoch nur mit einem mystischen "Vielleicht". Schließlich wissen aktive Feuerwehrleute auch nicht im Voraus, was sie bei einem Einsatz werden bewältigen müssen. Letztlich blieb es aus Sicherheitsgründen statt einem realen Feuer bei einem simulierten Brand in einer Scheune. Zudem wurden eine ausgelöste Brandmeldeanlage angefahren, eine vermisste Reisegruppe gesucht, eine eingeklemmte Person befreit sowie ein simulierter Flächenbrand gelöscht. Damit zwischen den Einsätzen keine Langeweile aufkommt, hatten die Jugendleiter ein buntes Programm zusammengestellt. Von Fahrzeugkunde und informativen Vorträgen von echten Berufsfeuerwehrleuten war über Spiele und Sport bis hin zur Verpflegung an alles gedacht. Dieser "Berufsfeuerwehrtag" war für die Kernstadtbereiche der Jugendfeuerwehr Konstanz der erste seiner Art. Die Löschbereiche Dettingen und Dingelsdorf hatten jedoch 2015 schon eine ähnliche Veranstaltung organisiert. Die Idee für einen solchen 24-Stunden-Dienst in der Stadt kam dann von den Jugendfeuerwehrleuten selbst. Verena Fritz berichtet, dass Jugendsprecherin Anika Romer mit dem Vorschlag auf sie zugekommen sei und auch bei der Ausarbeitung eines ersten Planes geholfen habe. Dieser Plan ist aufgegangen. Das Ziel, die Jugendlichen für den aktiven Feuerwehrdienst zu motivieren, wurde erreicht. Verena Fritz verrät, dass sie sogar gefragt wurde, ob man denn in der Uniform schlafen dürfe. Bei so viel Motivation und Einsatzbereitschaft können der 18. Geburtstag und damit das Eintrittsalter für die aktive Wehr gar nicht schnell genug kommen.

    Fotos: Johannes Fritz
    Text: Svenja Schönthaler

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