16 Teilnehmer erfolgreich ausgebildet.

    Wenn der Kinderspielplatz zum Übungsgelände für den Ernstfall wird. 

    Es war ein seltsamer Anblick: Im Gänsemarsch joggten 16 mit Vollmaske und Atemluftflasche ausgestattete Gestalten über den Hof der Feuerwache. Handelt es sich um ein Darth-Vader-Fantreffen oder findet hier gerade eine Trockenübung für Taucher statt? Das mag sich lustig anhören und sah zum Teil auch amüsant aus, als die seltsamen Figuren begannen, auf dem Klettergerüst hinter der Gebhardschule herumzuturnen, sich gegenseitig über Hindernisse halfen, sich durch den Dreck wühlten und sich unter Tischen hindurchzerren ließen. Doch es war eine ernste Angelegenheit.

    16 Teilnehmer von den Feuerwehren Konstanz und Reichenau, der Werkfeuerwehr Allweiler und dem Technischen Hilfswerk (Ortsverband Konstanz) haben vergangenen Samstag erfolgreich die Prüfung zum Atemschutzgeräteträger absolviert. In vier Tagen Intensivtraining wurden sie auf die körperlichen sowie die psychischen Belastungen vorbereitet, die bei einem Atemschutzeinsatz auf sie zukommen können. Ein sehr wichtiger Lehrgang für angehende Feuerwehrleute, da nicht nur die Gewöhnung an Gefühl und Gewicht der Ausrüstung samt Maske und Atemluftflasche geschult werden. Auch mentales Training gehört dazu. "Es ist in erster Linie Kopfsache", erklärt Ausbilder Michael Rössler. Denn was tut man unter einer Maske, wenn einem die Luft wegbleibt? "Wer ohne Erlaubnis die Maske abzieht, ist automatisch durchgefallen", warnt Lehrgangsleiter Michael Tillner. Denn diese ist der einzige Schutz vor den Giften und Schadstoffen in dem Gefahrenbereich, der einen Atemschutzeinsatz erfordert. Sie abzusetzen, wäre im Ernstfall tödlich. 

    Stattdessen gilt es: Atem anhalten, Gerät überprüfen, den Trupp-Partner verständigen. Dieser setzt den Notruf ab: Mayday, Mayday, Mayday. Für viele ist das nicht einfach. Schließlich wird mit dem Drang zu atmen ein Überlebensinstinkt unterdrückt. Ohne Luft entsteht Panik, die zu kontrollieren eine echte Herausforderung darstellt: Stehen bleiben, tief durchatmen, im Zweifel die Augen schließen. Abwarten. Beruhigen. Weitermachen. "Stehe ruhig und sammle dich", lautet hierbei das Motto, auf das die Ausbilder Michael Tillner, Klaus Mirsch, Michael Rössler, Daniel Sutter und Christian Bradler immer wieder hinweisen.

    Um den Reflex des Maske-Herunter-Reißens abzutrainieren, wurden verschiedene Szenarien simuliert. Engste Zwischenräume durchkriechen, Wände hochklettern, Schächte hinabsteigen, sich fallen lassen, sich hochziehen. Wer steckenbleibt, dem helfen die Kameraden. Der eine schiebt, der andere zieht. "Ihr seid im Einsatz auch nie alleine unterwegs, also dürft ihr euch gerne helfen", sagt Tillner. 

    Wie im letzten Jahr wurde der Lehrgang auch dieses Mal wieder auf zwei Wochenenden aufgeteilt, anstatt die vier Tage an einem Stück durchzuziehen. So konnte etwaiger Muskelkater heilen und neue Kraft für den Prüfungstag geschöpft werden. Mit fabelhaften Ergebnissen: Alle Teilnehmer haben den Lehrgang bestanden. Die schlechteste Note war eine 2,2. Dies sei einerseits ein Verdienst der Ausbilder, aber sicher auch der sehr disziplinierten und motivierten Teilnehmer selbst, lautet das Fazit des Ausbildungsleiters der Feuerwehr Konstanz, Andreas Knäble.

    Die praktische Atemschutzprüfung:

    Insgesamt muss eine Belastung von 80 Kilojoule erbracht werden, ohne dass der Vorrat von zirka 1600 Litern Atemluft in der Atemluftflasche ausgeht. Diese Belastung setze sich bei dieser Prüfung auf der Atemschutzübungsanlage in Schaffhausen aus folgenden Bestandteilen zusammen: 90 Meter Orientierungsstrecke, 20 Meter Endlosleiter, zwei Minuten Fahrrad (150 Watt) und 200 Meter Laufband.

    Die Teilnehmer:

    Armbrecht, Leonhard, LZ 9; Bonk, Christian, LZ 7; Ebsen, Kevin, LZ 6; Guggenberger, Sven, LZ 6; Hermann, Jochen, LZ 8; Jordan, Alexander, LZ 6; Kiewel, Daniel, LZ 6; Schönthaler, Svenja, LZ 7; Wolz, Benedikt, LZ 2.


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