Der erste offizielle Wettkampftermin führte die Sportler Anfang Mai nach Berlin zum Firefighter Stairrun. Die Herausforderung war, auf das Dach des Park Inn Hotels zu laufen - in 110 Meter Höhe (770 Stufen) über dem Alexanderplatz. Aufgrund der guten Platzierung im Vorjahr (Rang 7) gelangte das Team Ferdinand Oser und Sven Reuter in die Startgruppe Fire-Fly unter den 20 schnellsten Teams aus 2017 und zählte damit zu den diesjährigen Favoriten. Mit 6:48.1 Minuten konnten sich Oser und Reuter 2018 in der Wertungsgruppe Youngster (zusammen unter 80 Jahren alt) den ersten Platz sichern! In der Gesamtwertung reichte es auf Platz drei, mit nur 13,6 Sekunden hinter den Erstplatzierten.

    Das Team Andreas Wilhelm (Fw Konstanz) und Alan Dittrich (Fw Friedrichshafen) konnte sich in der Wertungsklasse Oldies den 11. Platz mit einer Zeit von 9:04.6 sichern.

    Eine weitere Wettkampfdisziplin bei der die Sportler aus Konstanz regelmäßig starten, ist die Firefighter Combat Challenge (kurz FCC).

    Was 1976 in den USA mit einem physischen Fitnesstest für Feuerwehrmänner anfing, ist heute ein Wettkampfsport bei Feuerwehren rund um die Welt. Für den Fitnesstest wurden die sechs häufigsten Arbeiten, die ein Feuerwehrmann bei einem Brandeinsatz erledigen muss, zusammengefasst. Zu den Arbeiten zählen das Treppensteigen auf einen 12 Meter hohen Turm und anschließend ein 19 kg schweres Schlauchpaket an einem Seil hochziehen. Unten am Turm wartet ein Hammerschlagsimulator, bei dem ein 72,5 kg schweres Gewicht über eine Länge von 1,5 Meter gezielt bewegt werden muss. Nach einem 42,5 Meter langen Slalomlauf muss ein mit Wasser gefüllter Schlauch 23 Meter weit gezogen und ein Ziel mit dem Wasserstrahl umgelegt werden. Die anschließende Rettung eines 80 kg schweren Dummys bildet den Abschluss. Der Wettkampf wird – wie es sich für Feuerwehrmänner gehört – in vollständiger Schutzausrüstung und unter Atemschutz bestritten.

    Der erste offizielle Wettkampf fand 1991 in den USA statt. 2007 wurde in Berlin die 1. Firefighter Combat Challenge in Deutschland ausgetragen. Bei den Wettkämpfen in Deutschland treten regelmäßig Teilnehmer/-innen aus ganz Europa an.

    Bei den jährlichen Weltmeisterschaften in den USA reisen Teams aus der ganzen Welt an. Dort wurde 2017 auch der aktuelle Weltrekord im Einzel in einer Zeit 1:14:7 Minute aufgestellt.

    Zum Start der Wettkampfsaison der FCC reiste Sven Reuter vom Löschbereich Petershausen Ende Mai 2018 nach Bremerhaven. Dort nahm er an der 1. FCC Bremerhaven teil. In der Wertungsklasse M40 erreichte er den 4. Platz in 1:54.13 Minute.

    Ende Juni war für Oser und Reuter der Saisonhöhepunkt: bei der 5. Mosel FCC in Ediger-Eller wurde gleichzeitig die 8. Europameisterschaft ausgetragen. Dazu reisten Feuerwehrmänner und -frauen aus ganz Europa an die Mosel.

    Ferdinand Oser, Sven Reuter, Andreas Wilhelm und Alan Dittrich starteten bei der 5. Mosel FCC sowohl im Einzellauf, als auch im Tandem- sowie Staffellauf und belegten allesamt vordere Plätze.

    Für die Teilnahme an der Europameisterschaft konnten sich Ferdinand Oser und Sven Reuter durch ihre Platzierungen im Einzellauf am ersten Tag qualifizieren. Trotz der sehr starken Konkurrenz aus Osteuropa sicherte sich Sven Reuter mit persönlicher Bestzeit von 1:37,83 Minute den 3. Platz in der Wertungsklasse M40.

    Mitte August reiste das Team Ferdinand Oser und Sven Reuter zur 4. Bavarian FCC in Geiselwind.

    Ferdinand Oser konnte sich im Einzellauf in der Wertungsklasse M30 den 5. Platz in 1:43.67 Minuten sichern. Sven Reuter sicherte sich im Einzellauf in der Wertungsklasse M40 den 4. Platz in 1:50.13. Im Tandem- und Staffellauf erreichten sie jeweils einen Platz in den Top10, gemeinsam mit Kameraden aus Stuttgart. In der Wertungsklasse Tandem Ü40 konnte Sven Reuter zusammen mit einem Kameraden der Flughafenfeuerwehr Stuttgart sogar den 3. Platz belegen.

    Die letzte große Reise für dieses Jahr führte Sven Reuter und Alan Dittrich erneut nach Berlin zur 12. FCC Berlin auf den Potsdamer Platz. Auch hier konnten sie wieder vordere Plätze belegen.

    Der krönende Abschluss der Saison war jedoch der Thyssenkrupp Towerrun (1390 Stufen, 232 Höhenmeter) in Rottweil am 16.09.

    In der Wertungsklasse mit angeschlossenem Atemschutzgerät konnte sich das Team Ferdinand Oser und Sven Reuter den 1. Platz in 13:57 Minuten sichern! Das zweite Team vom Bodensee, Andreas Wilhelm und Alan Dittrich, sicherten sich den ebenfalls hervorragenden 12. Platz in einer Zeit von 19:47 Minuten.

    Nach ein paar Wochen mit reduzierten Trainingsumfängen sind die Sportler Mitte Oktober wieder voll ins Training eingestiegen. Schwimmen im 50m-Becken der Bodenseetherme, Treppensteigen in einem Konstanzer Hochhaus, Ausdauerläufe am See sowie Kraft- und Athletiktraining in der Feuerwache Petershausen stehen auf dem Trainingsplan.

    Finanzielle Unterstützung erhalten die Sportler sowohl vom Förderverein der Feuerwehr Konstanz, als auch vom Feuerwehramt der Stadt Konstanz. So werden Reise und Übernachtungskosten sowie Startgebühren teilweise übernommen.

    Das Ziel für 2019 ist klar: Die Titelverteidigung in Berlin und Rottweil. Die Kameraden der Feuerwehr Konstanz wünschen viel Erfolg und drücken die Daumen.

    Maximilian Obermaier

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